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Lagerstroemien
‘Flieder ­ nicht nur für Romantiker’
in Heft 3/2007
Krepp- oder Kräuselmyrten
 
 
von Elke Haase
 
Ihren Namen erhielten diese asiatischen Schönheiten 1759 durch Carl von Linné zu Ehren des Schweden Magnus von Lagerstroem, der ihn mit Pflanzenmaterial aus Asien versorgte. Die Gattung Lagerstroemia gehört zur Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) und besteht aus mehr als 50 Arten, von denen viele als Lieferanten teils wertvoller Tropenhölzer geschätzt werden. Ursprünglich beheimatet in den Tropen des asiatischen und pazifischen Raumes, kommen Lagerstroemien aber auch in China, Indien, Korea, Japan und Australien vor, wo sie bevorzugt in Flußnähe zu finden sind. Charakteristisch ist der mehrtriebige, häufig vierkantige Stamm mit glatter Rinde. Durch Abschilferungen ähnlich wie bei Platanen kommt es zu attraktiven Farbspielen in verschiedenen Braun- oder Graugrüntönen.

Im Erscheinungsbild sind die Lagerstroemien am ehesten mit Bougainvillea und Flieder vergleichbar: während der Blüte ein üppig leuchtendes Farbenmeer in Weiß, Rosa, Koralle, Pink, Rot oder Lila. Die imposanten Blütenrispen sind noch im Verblassen dekorativ. Die endständigen Blütentrauben am einjährigen Trieb weisen zahlreiche radiärsymmetrische Blüten mit sechs verwachsenen Kelchblättern auf, die stark gekräuselt sind. Dieses in sich “zerknitterte“ Erscheinungsbild führte auch zu dem Namen Kreppmyrte.

Aus der Vielzahl der Arten werden im wesentlichen drei genutzt und kultiviert: L. speciosa, auch genannt Pride of India, ist ein wunderschöner Laubbaum der tropischen Feuchtgebiete Indiens und anderer asiatischer Bereiche, wo er Wuchshöhen von bis zu 40 m erreichen kann. In Einzelstellung bildet das meist mehrstämmige Gehölz eine regelmäßige, charakteristisch schirmartige Krone aus, so daß er im Landschaftsbau warmer Länder als Schattenbaum eingesetzt wird. Es handelt sich bei L. speciosa um einen der wenigen laubabwerfenden tropischen Bäume, wenngleich er niemals völlig kahl ist. Die dunkelgrünen ledrigen Blätter verfärben sich rot bevor sie abfallen. Besonders spektakulär sind die bis zu 45 cm langen rispigen Blütenständen mit relativ großen Einzelblüten in leuchtenden Rot- oder Rosatönen. Doch nicht nur als Ziergehölz ist diese Art geschätzt, genutzt wird auch das Holz, das unter dem Handelsnamen ‘Tabek’ geführt wird und für Möbelpaneele bis hin zur Papierherstellung verwendet wird. In der Volksmedizin bedient man sich der Wurzeln, Rinde, Blätter und Samen.

L. indica, eine subtropische chinesische Art, ist im Mittelmeerraum vielfach in Kultur, gelegentlich als große Alleen, die während der Blütezeit (Juli–September) über 6 Wochen ein wahrer Farbenrausch in . . .


(weiter zu pilzfesteren, robusten Hybriden in GRÜNER ANZEIGER 4/2008)
 
Elke Haase, Diplom-Biologin und Inhaberin des in-vitro Labors 'piccoplant',
hat auch privat eine Schwäche für Blütengehölze.