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| Rettet die Primitivpflaumen! |
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| Kricken, Kreeten, Kreeken, Spillinge, Wiecheln und Ziparten |
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| von Peter Schlottmann |
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Das Bewahren dieser uralten Kulturpflanzen ist natürlich zunächst
ein ethisches Anliegen. Aber ihre Früchte sind selbstverständlich
auch eine Bereicherung beim Frischverzehr und in der Küche. Darüber
hinaus dürften ihre Genome Gene enthalten, die für die Züchtung
neuer Kultursorten und damit für deren Resistenz gegenüber Schädlingen
und Krankheiten wichtig sein könnten. Und schließlich sind ihre
Wurzelsprosse, Abrisse und aus Kernen gezogenen Jungbäume anspruchslos,
frosthart, wenig anfällig für Wurzelpilze und haben sich dem Klimarhythmus
angepaßt, so daß ihnen als Unterlage für Edelsorten Bedeutung
zukommen dürfte.
Aber wer kennt sie noch? Unsere Urgroßeltern kannten und nutzten
sie gerne. Leicht waren sie zu vermehren, hatten sie doch reichlich
Schösslinge, die in Stammnähe aus dem Boden kamen. So ein Stück
Wurzelbrut bekam man von Freunden, Platz fand sich in einer Gartenecke.
Und nach wenigen Jahren ließen sich dann reichlich Früchte ernten,
je nach erhaltener Sippe fruchtig-herbe bis wohlschmeckend pflaumig-süße.
Leider gehen inzwischen die Namen der Primitivpflaumen stark durcheinander,
obgleich es in den meisten Fällen gar nicht so schwer ist, sie
zu unterscheiden. Aber in der Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders,
etwa von 196075, war für sie in den Gärten und Obstwiesen kein
Platz mehr. Man wollte einen schönen und pflegeleichten Garten,
rodete die alten Bäume und räumte auf. Obst konnte man ja beim
Obsthändler kaufen. Die alten Namen blieben als Restbestand noch
irgendwie in den nachfolgenden Generationen erhalten, aber welche
Frucht dazu gehört, das kam nicht mehr rüber. Ein Kultursprung
der jetzigen Generation ist zusätzliche Ursache, stimmt aber auch
hoffnungsvoll. Wer also hat noch konkrete Vorstellungen, wenn
es um Kricken, Kreeten, Kreeken, Wiecheln, Ziparten oder Spillinge
geht? Das sind keine Synonyme für die gleiche Pflaume! Die Früchte
unterscheiden sich deutlich, und unsere Urgroßeltern wußten das.
Wer sich heute für diese Kleinpflaumen nicht allein kulinarisch
interessiert, sollte sich besonders den Fruchtstein näher anschauen.
Hierin unterscheiden sich die verschiedenen Sippen hinreichend
sicher. Wer es genauer wissen möchte . . .
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(weiter zu den einzelnen Kleinpflaumen-Formen in GRÜNER ANZEIGER
2/2007)
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Das Interesse für die Botanik ist bei Peter Schlottmann, Schulrat a.D.,
ein intensives und schon langjähriges. Seit 40 Jahren Mitglied
der 'AG Geobotanik Schleswig-Holstein', gilt sein Augenmerk neben
der
Umweltpädagogik besonders den wurzelechten Pflaumen, mit denen
er sich seit
Mitte der 1980er Jahre eingehend beschäftigt. 2000 schuf er im
Rahmen der
'Stiftung Herzogtum Lauenburg' in Ratzeburg ein Reservat für diese
Gehölze, das
als Sichtungs- und Lehrgarten dient.
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